Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft

1972

1972

Das Fraunhofer-Modell der erfolgsabhängigen Grundfinanzierung entsteht

Der Ausschuss für Forschungs- und Ausbauplanung der »Gemeinsamen Kommission« legt seinen Entwurf vor, der zu heftigen internen Diskussionen führt. Darin wird unter anderem das später so genannte »Fraunhofer-Modell« propagiert, das ein Anwachsen der staatlichen Grundfinanzierung entsprechend dem Erfolg der Fraunhofer-Gesellschaft bei der Akquisition im Bereich Vertragsforschung vorsieht. Dies bedeutet eine konsequente Marktorientierung der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. 

Einführung Bundesangestelltentarifvertrag (BAT)

Die Vergütungsordnung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientiert sich ab diesem Jahr in vollem Umfang am Bundesangestelltentarifvertrag (BAT). Die Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitskräftemarkt gegenüber der Industrie wird durch den Zwang zur Einhaltung des BAT beeinträchtigt. 

Konstituierung Gesamtbetriebsrat

Im Februar hält der Gesamtbetriebsrat der Fraunhofer-Gesellschaft seine konstituierende Sitzung ab. Zum ersten Vorsitzenden wird Rudolf Zapp gewählt. 

Erste institutsübergreifende Kooperation 

Das Reaktorsicherheitsprogramm des Bundesforschungsministeriums von 1971 führt zur ersten institutsübergreifenden Kooperation in der Fraunhofer-Gesellschaft. 

Technische Forschungs- und Entwicklungsstelle Lindau 1972
Technische Forschungs- und Entwicklungsstelle Lindau 1972

Änderungen im Instituts-Bestand

Umfangreiche Änderungen ergeben sich in diesem Jahr im Bestand der Fraunhofer-Institute: Neu sind die Institute für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP in Saarbrücken, für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe, für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, WKI in Braunschweig, und für Höchstspannungs-Elektronen-Mikroskopie IHEM in Karlsruhe. Noch im gleichen Jahr scheiden das letztgenannte Institut und die Technische Entwicklungsstelle Lindau TES wieder aus der Fraunhofer-Gesellschaft aus.